Erster Preis im Schülerwettbewerb
23.06.2026
"Ich bin zutiefst beeindruckt, von dem, was alle an diesem Wettbewerb teilnehmenden Schüler geleistet haben! Behalten Sie sich dieses Engagement in einer Zeit, in der die Freiheit gefährdet ist! Machen Sie weiter!“ Dieser persönliche Appell des sichtlich bewegten Zeitzeugen Carl Opolony, der 1980 von der Stasi inhaftiert worden war, bildeten den Abschluss der Preisverleihung des 23. Schülerwettbewerbs der Stiftung Ettersberg „Diktaturerfahrung und demokratische Umbrüche in Deutschland und Europa“ in der Gedenkstätte Andreasstraße in Erfurt.
Besonders stolz auf ihren Erfolg können Johanna Dahmen, Karina Efremov, Finia Platen und Jolina Swora sein, denn ihre Seminarfacharbeit „‚Frei sein ist genau das, was ich immer wollte‘ – Der Lebensweg von Ines Wagner“ gewann den ersten Preis! Ines Wagner war in den 1980er Jahren Schülerin der damaligen POS Dr. Theodor Neubauer. Sie erlebte Schikanen an der Schule, weigerte sich für die Stasi die Kirchgemeinde auszuspionieren und wurde schließlich in einen Jugendwerkhof eingewiesen. An den Folgen der jahrelangen Restriktionen leidet sie bis heute, entwickelte aber auch eine beeindruckende Stärke. Johanna, Karina, Finia und Jolina arbeiteten gemeinsam mit ihrer Zeitzeugin deren Lebensgeschichte auf. Unterstützt wurden sie dabei von zahlreichen externen Partnern wie Ines Wagners Psychologin, Dr. Matthias Wanitschke, Mitarbeiter des Thüringer Landesbeauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und anderen Experten.
In seiner Laudatio hob der Juryvorsitzendem Dr. Björn Bergold die große Vielfalt der Blickwinkel in der Arbeit hervor, ebenso die breite Quellenbasis. Gemeinsam mit Ines Wagner möchte die Gruppe in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Jugendwerkhof Torgau die Seminarfacharbeit als Buch herausgeben. Damit endet das Projekt also nicht und das Team macht weiter.
Herzlichen Glückwunsch zu der tollen Anerkennung der Arbeit und viel Erfolg bei Umsetzung der Publikation!
Text und Bilder: Frank Wiegand