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Besondere Einblicke in die Geschichte

  29.11.2023

Wenn Schülern ihr Erkennt­nis­gewinn deutlich wird, war der Unterricht erfolgreich. Dies gelang definitiv bei dem Unterrichts­projekt der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit dem Leistungskurs Geschichte A24 der KGS Herzog Ernst Gotha. Benedict Staack, wissen­schaft­licher Mitarbeiter am Historischen Institut, recher­chierte mit den Schülern in zwei Unterrichts­stunden zur Rolle der Frau in der Weimarer Republik. Grundlage dafür war eine von der FSU gestaltete Lernplattform zum Tagebuch von Eva Schiffmann (1912-2003). Das Mädchen, eine jüdische Schülerin, besuchte die damalige Deutsche Aufbau­schule im Gebäude der heutigen KGS und dokumen­tierte in ihren persön­lichen Aufzeich­nungen ihr Leben und die Zeit zwischen 1925 und 1930.

Das Projekt, das von allen Thüringer Schulen und bald sogar weltweit genutzt werden kann, ermöglicht verschiedene Schwer­punkt­set­zungen und einen breiten Blickwinkel. An der KGS diskutierte Staack mit den Jugend­lichen zwar über die Rolle der in dem Tagebuch angeführten Frauen­per­sön­lich­keiten, doch das Projekt griff viel weiter. Debattiert wurde u.a. über Möglich­keiten und Grenzen von Erklär­videos, die Notwen­digkeit des Heranziehens von Quellen und das Aufbrechen von Schubla­den­denken. „Es ist notwendig, alles zu hinter­fragen.“, resümierte Quentin Mahlig. Für seine Mitschülerin Franziska Wagner war es wichtig, Geschehen sowie Personen nicht nur aus heutiger Perspektive zu betrachten, sondern aus ihrer Zeit heraus zu verstehen. Frieder Mehner stellte fest: „Es ist erstaunlich, wie komplex die Einordnung einer einzigen historischen Person erfolgen kann. Das heutige Projekt brachte Einblicke, die im normalen Geschichts­un­terricht so nicht immer möglich sind.“

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