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„Wir für alle!“ Ein Pro­jekt­tag zur De­mo­kra­tie

  04.09.2019

„Das war richtig in­ter­es­sant und ich bin gespannt, wie es wei­ter­geht!“, meinte Max Schwein­ha­gen aus der 10e nach dem Pro­jekt­tag zu seinem Mit­schü­ler Marcel Schwich. Die drei zehnten Gym­na­si­al­klas­sen ihrer Schule be­tei­li­gen sich an der Aktion „Wir für alle“. Diese wurde von dem Berliner Autoren und Jour­na­lis­ten Hans Ferenz initiiert und findet an ver­schie­de­nen Orten in Thüringen und Hessen statt. Sie soll zum einen an die Fried­li­che Re­vo­lu­ti­on erinnern, zum anderen aber auch einen Bogen zur Gegenwart schlagen.

Zunächst hatten die Schüler die Mög­lich­keit, ein Gespräch mit Mathias Wienecke über seine Er­leb­nis­se als Zeitzeuge der No­vem­ber­ta­ge 1989 in Gotha zu führen. Gebannt lauschten sie den Aus­füh­run­gen aus der Biografie eines politisch Un­an­ge­pass­ten. Wienecke stellte sich dem SED-Staat entgegen und zählte als Mitglied des Bür­ger­ko­mi­tees zu den Mit­ge­stal­tern des Wen­de­pro­zes­ses in Gotha. Er be­tei­lig­te sich an der Besetzung der Stasi-Dienst­stel­le in der He­le­nen­stra­ße am 4. und 5. Dezember ’89 und übernahm auch po­li­ti­sche Ver­ant­wor­tung in der nach­fol­gen­den Zeit. Wienecke, bis heute engagiert, forderte die Schüler auf: „Bringt euch ein, wenn ihr etwas verändern wollt!“

Teil des Tages war auch der Austausch über die Inhalte von Zeit­zeu­gen­ge­sprä­chen mit Fa­mi­li­en­mit­glie­dern über das Leben in der DDR. Je nach Le­bens­si­tua­ti­on sind die Sicht­wei­sen bis heute sehr viel­fäl­tig. Ab­schlie­ßend ging es an prak­ti­sches Werkeln: For­de­run­gen der Wendezeit und eigene heutige Wünsche wurden be­spro­chen und auf Trans­pa­ren­te gemalt, die auf einer Kund­ge­bung am 25. Oktober in Gotha gezeigt werden. An diesem Tag sollen Jung und Alt, die Gothaer Frei­tags­de­mons­tra­tio­nen von 1989 und Fridays for Future, früher und heute zu­sam­men­ge­bracht, und, wie es sich Ferenz und Wienecke gemeinsam mit den Schülern wünschen, de­mo­kra­ti­sches En­ga­ge­ment gefördert werden.

Und wie es außerdem noch wei­ter­geht? Die Kund­ge­bung ist nicht das einzige Ereignis, welches das Projekt fortführt. Im Un­ter­richt gibt es noch viel Ge­sprächs­be­darf zu den Er­geb­nis­sen des Tages. Am 7. Oktober wird mit einer Wür­fel­säu­le eine besondere Kunst­in­stal­la­ti­on durch Hans Ferenz auf dem Neumarkt ein­ge­weiht, umrahmt von einer Aktion von „art der stadt“. Letztere bietet zudem in der ersten Fe­ri­en­wo­che ihre „herbst­werk­statt“ zum Thema an. Zudem werden die Er­geb­nis­se auch auf dem ge­mein­sa­men Gedenktag Hessens und Thü­rin­gens am 9.11. in Groß­bur­sch­la prä­sen­tiert. Es bleibt also spannend und in­ter­es­sant.

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