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Gothaer Stol­per­stei­ne glänzen wieder

  07.11.2018

„Wir finden das ganz toll, was Sie hier machen!“, meinte ein älteres Ehepaar aus Karlsruhe am oberen Haupt­markt zu Anna Kühn, Frank Wiegand und zwei weiteren Akteuren einer un­ge­wöhn­li­chen Putz­ak­ti­on am 26. Oktober 2018 in Gotha. An diesem Tag reinigte eine Gruppe en­ga­gier­ter Gothaer in der Stadt verlegte Stol­per­stei­ne. Diese erinnern an Verfolgte des Na­zi­re­gimes. Die Idee dazu hatte der Künstler Gunter Demnig 1992. In­zwi­schen gibt es in Gotha und im Landkreis über 60 Stol­per­stei­ne. Zwei davon wurden von unserer Schule gespendet. In der 18.-März-Straße 52 erinnert ein Stol­per­stein an Judith Wei­ßen­berg. Das jüdische Mädchen wurde nur 10 Jahre alt, das Sinti-Mädchen Monika Mettbach aus dem Ulmenweg 16 bis 20 sogar nur 2. Zwei weitere Steine der KGS werden folgen. Anna Kühn und Lea-Marie Rückbeil erinnern im Rahmen ihrer Se­mi­nar­fach­ar­beit an Martha und Louis Neuhaus aus der Wal­ters­häu­ser Straße und be­tei­li­gen sich an dem von der „Stiftung – Spuren – Gunter Demnig“ bun­des­weit aus­ge­schrie­be­nen STOL­PER­STEI­NE-Schü­ler­wett­be­werb. In nächster Zeit wird daher auch eine Spen­den­ak­ti­on in der Schule zur Fi­nan­zie­rung beider Steine statt­fin­den. Dabei hoffen Anna und Lea-Marie auf die Un­ter­stüt­zung aller Schüler und Lehrer.

Doch es geht nicht nur darum, durch das Verlegen der Steine an Menschen zu erinnern, die von den Nazis ermordet, ein­ge­sperrt, ste­ri­li­siert oder ver­trie­ben wurden. Auf Grund der Verlegung im Boden und der Korrosion werden manche Stol­per­stei­ne nicht immer wahr­ge­nom­men. Durch das Putzen erhielten die Steine neuen Glanz und zu­sätz­li­che Auf­merk­sam­keit vieler Vor­bei­ge­hen­der, verbunden mit vielen positiven Re­ak­tio­nen wie der des Karls­ru­her Ehepaares.

 

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